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Reiserecht – LITERA-TOUR: "Reisen" in der Literatur, eine Zitatensammlung rund um das Reisen

ANTIKE

"Ein Gast bin ich im fremden Land geworden."
Moses, Exodus, 2,22

"Die Leutlein erzeigeten uns nicht geringe Freundschaft, zündeten ein Feuer an und nahmen uns alle auf, um des Regens, der über uns kommen war und um der Kälte willen, sintemalder Winter schon angegangen war."
Lukas über die Malteser, in: Apostelgeschichte Kap. 28,2 (in der Übersetzung Luthers)

"Daneben bitte ich, bereite mir die Herberge, denn ich hoffe, daß ich durch euer Gebet euch geschenket werde."
Paulus (Brief an Philemon, 22)

"Aber verkündige mir und sage die lautere Wahrheit:
Welche Länder bist du auf deinen Irren durchwandert?
Und wie fandest du dort die Völker und die prächtigen Städte?"
Homer (8. Jh. v. Chr. )
("Odyssee", VIII, 572 - 574)

"Fremdlinge, sagt, wer seid ihr? Von wannen trägt euch die Woge?
Habt ihr wo ein Gewerb, oder schweift ihr ohne Bestimmung
Hin und her auf der See, wie küstenumirrende Räuber,
die ihre Leben verachten, um fremden Völkern zu schaden?
Homer (8. Jh. v. Chr.)
("Odyssee", IX, 252 - 255)

"Der wahre Reisende hat keinen festgelegten Weg, noch will er an ein Ziel."
Lao-tse (4. Jh. v. Chr.)

"Eine Reise von tausend Meilen beginnt mit einem einzigen Schritt."
Lao-tse (4. Jh. v. Chr.)

"Reisen ist besonders schön, wenn man nicht weiß, wohin es geht. Aber am allerschönsten ist es, wenn man nicht mehr weiß, woher man kommt."
Lao-tse (4. Jh. v. Chr.)

"Bedenke stets, dass alles vergänglich ist, dann wirst Du im Glück nicht zu fröhlich und im Leid nicht zu traurig sein."
Sokrates (470 - 399 v.Chr.)

"Wie könntest du auf Reisen deine Sorgen vergessen? Du nimmst immer dich doch selber mit."
Sokrates (470 - 399 v. Chr.)

"Wer durch reisen klüger werden will, darf sich nicht selbst mitnehmen."
Sokrates (470 - 399 v. Chr.)

"Ein Leben ohne Freude ist wie eine Reise ohne Gasthaus."
Demokrit (460 - 371 v. Chr.)

"Zum Aufsetzen des Fußes braucht man nur eine kleine Stelle, aber man muß freien Raum vor den Füßen haben, dann erst kommt man kräftig vorwärts."
Chuang-tzu, (ca. 365 - 286 v. Chr.)

"Der wahre Reisende weiß nicht, wohin die Reise geht, der wahre Abenteurer weiß nicht, was er erleben wird. Seine Reisen führen ihn nicht eher in eine Richtung als in eine andere. Seine Neugierde ist nicht auf einen bestimmten Punkt gerichtet."
Chuang-tzu, (ca. 365 - 286 v. Chr.)

"Non cuivis homini contingit adire Corinthum."
"Nicht jedem Mensch wird das Glück zuteil, Korinth zu erreichen (sehen zu dürfen)."
Horaz (65 - 8 v. Chr.), Epistulae, 1,17, 56

"Der längste Teil einer Reise – sagt man – ist das Durchschreiten der Haustür."
Marcus Trentus Varro (116 - 27 v. Chr.)

"Es ist absurd, das Gepäck zu mehren, wenn sich die Reise dem Ende nähert."
Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

"Es kommt mehr darauf an, wie du kommst, als wohin du reisest; deshalb sollten wir unser Herz nicht einem bestimmten Ort verschreiben. Es gilt die Einsicht zum Lebensgrundsatz zu machen, dass man nicht für einen einzelnen Winkel geboren ist, sondern dass die ganze Welt unser Vaterland ist."
Seneca (4 v. Chr. - 65 n. Chr.)

"Du wunderst dich darüber, daß du durch eine so lange Reise und so vielfachen Wechsel des Ortes dennoch den Trübsinn und die Schwermut nicht verscheucht hast. Den Sinn mußt du wechseln, nicht den Himmelsstrich. Magst du über das weite Meer schiffen, mögen dir, wie unser Vergil sagt, Länder und Städte entschwinden: Wohin du auch immer kommst, deine Fehler werden dir folgen. Zu einem, der über ganz dasselbe klagte, sagte Sokrates: 'Was wunderst du dich, daß deine Reisen dir nichts nützen, da du dich selbst mit dir herumschleppst?' Derselbe Umstand, der dich forttrieb, verfolgt dich. Was kann dir die Neuheit der Länder frommen? Was das Bekanntwerden mit Städten und Gegenden? Vergeblich ist dieses Umhertreiben. Du fragst, warum dir diese Flucht nichts hilft? Du fliehst mit dir selbst. Die Last deiner Seele muß erst abgelegt werden; eher wird dir kein Ort gefallen."
Seneca (4 v. Chr. - 65 n. Chr.)

"Wir pflegen Reisen zu unternehmen, das Meer zu überqueren, um Dinge kennen zu lernen, die uns, wenn wir sie immer vor Augen haben, nicht interessieren, weil es uns von Natur eigen ist, gleichgültig gegen die nächste Umgebung in die Ferne zu schweifen, weil das Verlangen nach allem, was bequem zu erreichen ist, erkaltet. ... . Mag dem sein, wie ihm will, jedenfalls haben wir von vielem in unserer Stadt und ihrer Umgebung weder je etwas gesehen noch auch nur etwas gehört, was wir, befände es sich in Achaia, Ägypten, Asien oder sonst einem beliebigen Lande, das reich an Naturwundern und für sie Reklame zu machen weiß, längst gehört, gesehen und besichtigt hätten.
Gaius Plinius (ca. 61/62 - 113/114 n. Chr)
("Epistularum libri decem")

15. Jahrhundert

"Was bleibt mir sonst denn noch zu tun,
als abzureisen Knall und Fall,
vielleicht erblüht mir bald ein neues Huhn
in einem abgelegenen Bauernstall,
vielleicht auch reise ich mit einem Ruderboot
nach dem gelobten Lande Samarkand
nähr mich von Affen- und Johannisbrot
und werde zwischendurch auch Elefant.

Francois Villon (1431 - 1463)
("Das kleine Testament")

"Ich möchte Weltbürger sein, überall zu Hause und, was noch entscheidender ist, überall unterwegs."
Erasmus von Rotterdam (1469 - 1536)

"Wenn ich viel reisen sollt', wollt' ich nirgends lieber denn durch Schwaben und Bayernland ziehen, denn sie sind freundlich und gutwillig, geben gern Herberge, gehen Fremden und Wandersleuten entgegen und tun Leuten gütlich und gute Ausrichtung um ihr Geld."
Martin Luther (1483 - 1546)
("Tischreden")

"Weiß Gott, kein Geiz Geldes hat mich beweget, diese Reise zu tun denn allein ein sonderliche Lust, so ich vor langer Zeit gehabt; dünkt mich auch, wäre nicht mit Ruhe gestorben, wo ich Indien nicht erst gesehen, reuet mich auch wahrlich nicht. Derohalben bitte ich euch, ob meiner Reise kein Missfallen zu haben, auch das Mütterlein und die Schwester zu trösten."
Ulrich von Hutten (1488 - 1523)

"Wenn einer eine Krankheit kennenlernen will, soll er reisen."
Paracelsus (1493 - 1541)

"Wer das Laufen erdacht, war ein kluger Mann; es rettet aus mancher Not."
Sebastian Frank (1499 - 1544)

16. Jahrhundert

"O, wie wird mich nach der Sunnen friren, hie pin ich ein Her, doheim ein Schmarotzer."
Albrecht Dürer
(Brief an Willibald Pirkheimer, Michaelis 1506 in Venedig)

"Wo sie hinreisen, halten sie sich an ihre Gebräuche und Weisen und verabscheuen die fremden. Finden sie einen Landsmann in Ungarn, so tun sie entsetzlich fröhlich über ihren Fund. Denn die meisten reisen nur, um wieder heimzukehren; reisen mit einsilbiger und ungesprächiger Klugheit bedeckt und verwahrt, und beschützen sich vor der Ansteckung einer unbekannten Luft."
Michel de Montaigne (1533 - 1592)

"Alle Probleme beginnen damit, dass wir nicht zu Hause bleiben."
Renée Descartes

"Das Reisen ist doch nütze sehr, man lernt, was man nicht konnt' vorher."
Johann Fischart (1546 - 1590)

"Der, welcher in ein Land reist, bevor er einige Kenntnisse von dessen Sprache hat, geht in die Schule und nicht auf Reisen."
Francis Bacon (1561 - 1626)

"Das Reisen dient in jüngeren Jahren der Erziehung, in reiferen der Erfahrung."
Francis Bacon (1561 - 1626)

"Da beim Reisen nicht das Sehen der Berge oder Meere, sondern das Zusammensein mit bedeutenden Menschen bildet, soll ein Studierender es sich angelegen sein lassen, in jeder Stadt nach den Gelehrten zu fragen, zu ihnen zu gehen, sie zu hören, ihnen nachzueifern."
Mathias Bernegger (1582 - 1640)

"Eins ich ihn [den Reisenden] noch vermahnen will,
Daß er sich niendort überfüll',
Auch find't man manchen Gast der fragt,
Ob der Wirt han'eine schöne Magd.
Ein Gast der soll begnüget sein,
Wenn er hat gutte Speis und Wein.
Wiewohl ein Gast auch sehr wohl thut,
Wann das Bettg´wand ist rein und gut.
Wo aber keins vorhanden ist,
Zum Schlaff'er auf die bank sich rüst'.
Ein frommer Gast ist etwa froh,
Wenn er kann schlafen auff dem Stroh."
Aus dem "Wegbüchlein durch ganz Teutschland, Hungarn, Böhmen ..." (1590)

17. Jahrhundert

"Wenn ein Esel auf Reisen geht, wird er nicht als Pferd zurück kommen."
Thomas Fuller (1608 - 1661)

"Kein Streit würde lange dauern, wenn das Recht oder das Unrecht nicht auf beiden Seiten wäre."
Francois VI, Duc de Rochefoucauld, Aphoristiker (1613 - 1680)

"Wenn wir selbst keine Fehler hätten, machte es nicht soviel Freude, sie an andern zu entdecken!"
Francois VI. Duc de Rochefaucauld (1613 - 1680)

"Vor einiger Zeit hatte mich die Reiselust gepackt, als ob ich den Befehl des Königs vorausgeahnt hätte. Seit zwei Wochen sprach ich von nichts anderem mehr, als von meinem Wunsch, nach Saint-Cloud oder nach Charonne zu gehen, und ich schämte mich, im Laufe meines langen Lebens so wenig gesehen zu haben. Nun wird man mir das nicht mehr vorwerfen können. Gott sei' s gedankt. Man hatte uns, neben anderen Wundern, erzählt, daß viele vornehme Bürgerinnen von Limoges ein blaßrotes Kopftuch über dem Samtbarett tragen. Wenn ich ein solches Kopftuch auf einem hübschen Kopf entdecken würde, könnte ich mich vorübergehend, und aus reiner Neugierde, damit erfreuen. In jedem Fall habe ich eine gute Meinung von unserer Reise: wir haben bereits drei Meilen ohne jeden Zwischen fall zurückgelegt, außer daß der Degen von Monsieur Jannart brach; aber da wir aus allem Unglück Nutzen ziehen, haben wir gefunden, er sei zu lang gewesen und habe ihn gestört. Augenblicklich befinden wir uns in Clamart, am Fuße jenes berühmten Berges, an dem Meudon liegt; hier wollen wir uns zwei bis drei Tage lang erholen. In der Tat, es ist eine Freude zu reisen; man trifft immer auf etwas Bemerkenswertes. Die Butter, die wir essen, ist vorzüglich. Zwanzigmal habe ich mir solche Kühe gewünscht, solches Gras, solches Wasser, und was damit zusammenhängt, abgesehen von der Dreschmaschine, die ein wenig alt ist."
La Fontaine (1621 - 1695)

"Neugierde ist nur Eitelkeit. Meistens will man nur etwas erfahren, um davon zu sprechen. Sonst würde man nicht über das Meer fahren: wenn man nie etwas davon berichten dürfte, allein aus der Freude am Sehen, ohne Hoffnung, jemals etwas davon mitzuteilen."
Blaise Pascal 1623 - 1662
("Gedanken")

"Die Weltmenschen halten sich für frei, weil sie in der Welt hin und her laufen, und mit überflüssigen Sorgen beschweret sind; und sie nennen ihr Herumirren eine Freiheit; wie die Kinder, die frei zu sein glauben, wenn sie, aus dem väterlichen Hause entwischet, herumlaufen, ohne zu wissen, wohin sie gehen. Schändliche Freiheit der Welt, die uns keine Zeit lässt, auf uns Acht zu haben!"
Jacques Bossuet (1627 - 1704)

"Alles Leiden des Menschen kommt davon, dass er nicht ruhig auf seinem Zimmer bleiben kann."
Blaise Pascal (1632 - 1662)

"... die Leute, die aus Unruhe oder Neugier weite Reisen machen, keine Beschreibungen oder Berichte davon verfassen, ja nicht einmal Schreibtafeln bei sich führen; welche reisen, um etwas zu sehen, und doch nichts sehen, oder vergessen, was sie gesehen haben; welche einzig neue Türme und Kirchen kennenlernen und Flüsse überqueren möchten, die nicht Seine oder Loire heißen; die ihre Heimat verlassen, bloß um wieder dahin zurückzukehren; denen es Vergnügen macht, verreist zu sein und eines Tages aus weiter Ferne heimzukommen."
La Bruyère (1645 - 1696)

"Keine Eitelkeit ist lächerlicher als die der Leute, die aus Unruhe oder Neugierde auf Reisen gehen."
La Bruyère (1645 - 1696)

"Unter Tausenden findet man kaum einen, der mit seinem Exempel bezeugen kann, dass man durch Reisen klug werde. Die Übrigen bringen entweder eine größere Torheit oder Arglistigkeit oder nichts Besonderes mit sich in ihr Vaterland zurück."
Christian Thomasius (1655 - 1728)

"Oh, es ist ein gar charmantes herrliches Ding ums Reisen ...
Reisen muss man, oder man kommt hinter nichts."
Voltaire (1694 - 1778)

"Wer von weither kommt, hat leicht lügen."
Voltaire (1694 - 1778)

"Reisen muss man, oder man kommt hinter nichts."
Voltaire (1694 - 1778)

"Der Sinn des Reisens besteht darin, unsere Phantasien durch die Wirklichkeit korrigieren. Statt uns die Welt vorzustellen, wie sie sei könnte, sehen wir sie wie sie ist."
Samuel Johnson (1696 - 1772)

18. Jahrhundert

"Die Welt ist ein Buch, von dem man nur die erste Seite gelesen hat, wenn man nur sein Land gesehen hat."
Louis Charles Fougeret de Monbron (1706 - 1760)

"Wer sein Land nie verlassen hat, ist voller Vorurteile."
Carlo Goldoni (1707 - 1793)

"Die größte Bemühung des Menschen ist die Kenntnis seiner selbst, und diese sind wir großenteils den Reisenden schuldig. Wir werden in einem Land unter Bürgern erzogen, die alle einen gleichen Glauben, gleiche Sitten und überhaupt gleiche Meinungen haben; diese flechten sich nach und nach in unsere Sinne ein, und werden zu einer falschen Überzeugung. Nichts ist fähiger, diese Vorurtheile zu zerstreuen, als die Kenntnis vieler Völker, bei denen die Sitten, die Gesetze, die Meinungen verschieden sind, eine Verschiedenheit, die durch eine leichte Bemühung uns lehrt, dasjenige wegzuwerfen, worin die Menschen uneinig sind und das für die Stimme der Natur zu halten, worin alle Völker miteinander übereinstimmen."
Albrecht von Haller (1708 - 1777)
("Sammlung neuer und merkwürdiger Reisen", 1750)

"Woher komme ich? Wohin fahre ich? Und warum so eilig?"
Jean-Jacques Rousseau, (1712 - 1778)
(Julie oder Die neue Héloïse)

"Ich habe nur von einer Art zu reisen Begriff, die noch angenehmer ist, als zu Pferde zu reisen: nämlich zu Fuß zu gehen. Man reist zu seinem Augenblicke ab, man hält inne, wenn man dazu Lust hat, man macht sich so viel oder so wenig Bewegung als man will. Man bemerkt das ganze Land; man beugt ab zur Rechten und zur Linken; man untersucht alles, was einem lockt, man steht bei allen Aussichten still. Sehe ich einen Fluß - ich wandle sein Ufer hinab; einen dickbelaubten Wald - ich gehe in seinen Schatten; eine Grotte - ich begebe mich hinein; einen Schacht - ich untersuche das Gesteine. Überall, wo es mir gefällt, bleibe ich. Den Augenblick, wenn ich Langeweile fühle, gehe ich. Ich hänge weder von Pferden noch von Postillonen ab. Ich habe nicht nötig, mir gebahnte Wege zu wählen; ich gehe überall durch, wo ein Mensch durchkommen kann; ich sehe alles, was ein Mensch sehen kann; und da ich von niemand als von mir selbst abhänge, genieße ich aller Freiheit, deren ein Mensch genießen kann."
Jean-Jacques Rousseau (1712 - 1778)

"Reisen, mein Freund, ist eine schöne Sache. Aber man muss seinen Vater, seine Mutter, seine Kinder und seine Freunde verloren haben, oder nie welche besessen haben, um auf dem Globus umherzuirren. Was würden Sie von dem Besitzer eines riesigen Palastes sagen, der sein Leben damit verbrächte, treppauf, treppab zu eilen, vom Keller zum Dachboden, vom Dachboden in den Keller, anstatt sich ruhig im Kreise seiner Familie niederzulassen? Das ist das Bild des Reisenden. Dieser Mensch hat keine Moral, er wird von einer Art natürlicher Unruhe geplagt, die ihn entgegen seinem Willen von Ort zu Ort treibt."
Denis Diderot (1713 - 1784)

"Bevor wir die Reise um die Welt beginnen, sollten wir die Reise um uns selbst beendigen."
Denis Diderot (1713 - 1784)

"Nirgends strapaziert sich der Mensch mehr als bei der Jagd nach Erholung."
Laurence Sterne (1713 - 1768)

"Wenn geschäftslose Leute ihre Heimat verlassen und mit Grund und Gründen auf Reisen gehen: so kann man solche aus einer von diesen allgemeinen Ursachen herleiten: Gebrechlichkeit des Körpers, Schwachheit des Geistes, oder Unumgängliche Notwendigkeit. Unter die beiden ersten gehören alle Reisenden zu Wasser und zu Lande, welche an Hochmut, Neugierde, Eitelkeit oder Milzsucht laborieren, an einem oder an mehreren dieser Gebrechen, nach allen den unendlichen Unterarten derselben und ihren unendlichen Verbindungen untereinander. Die dritte Klasse begreift das ganze Heer wandernder Märtyrer in sich, ganz besonders derjenigen, welche 'cum beneficio Cleri' ihre Reisen antreten, entweder als Verbrecher, unter der Aufsicht von Hofmeistern, welche die Obrigkeit empfiehlt ... oder solche junge Herren, die von ihren grausamen Eltern oder Vormündern auf Reisen verbannt werden, unter der Aufsicht von Hofmeistern, welche die Universitäten Oxford, Aberdeen und Glasgow empfehlen. Es gibt eine vierte Klasse; ihre Anzahl ist aber so gering, daß sie keine besondere Abteilung verdiente, wenn nicht die Notwendigkeit in einem solchen Werke wie dieses die größte Genauigkeit und Richtigkeit erforderte, um alle Verwirrung in den Charakteren zu vermeiden. Und diese Männer, von denen ich rede, sind solche, welche übers Meer gehen und sich in einem fremden Lande aufhalten, mit der Absicht, aus verschiedenen Gründen und unter verschiedenem Vorwande Geld zu sparen: allein, da sie sowohl sich als anderen ehrlichen Leuten einen großen Teil unnötiger Mühe ersparen können, wenn sie ihr Geld zu Hause sparen wollten ... und da ihre Gründe fürs Reisen einfacher sind als die aller übrigen Emigranten: so nenne ich diese Herren 'Simple Reisende'. Dergestalt kann man den ganzen Zirkel von Reisenden unter folgende wenige Rubriken bringen:
Müßige Reisende, neugierige Reisende, lügende Reisende, aufgeblasene Reisende, eitle Reisende, milzsüchtige Reisende. Dann folgen die Reisenden aus Notwendigkeit: Der seiner Sündenschuld wegen Reisende, der unglückliche und unschuldige Reisende, der simple Reisende. Und ganz zuletzt - wenn Sie's nicht übelnehmen wollen! - der empfindsame Reisende, - womit ich mich selbst meine - der ich gereist bin und nun mich hinsetze, um Rechenschaft davon abzulegen ... und ebenso gut aus Notwendigkeit und 'besoin de voyager' gereist bin als irgendeiner aus der Klasse. ... Wissenschaften und Kenntnisse sind allerdings zu erlangen, wenn man die Reisen mit Boots- und Postknechten zu diesem Endzwecke anstellt; ob aber nützliche Kenntnisse und wahre Wissenschaften, das ist eine bloße Lotterie."
Laurence Sterne (1713 - 1768)
("Yoricks empfindsame Reise durch Frankreich und Italien")

"Das Reisen bildet sehr; es entwöhnt von allen Vorurteilen des Volkes, des Glaubens, der Familie, der Erziehung. Es gibt den humanen duldsamen Sinn, den allgemeinen Charakter. Wer dagegen nichts sah, was ihn in der Sphäre, worin er lebt, umgibt, hält leicht alles für notwendig und einzig in der Welt, weil es in seiner Heimat dafür gilt."
Immanuel Kant (1724 - 1804)

"Macht mir die Palmen nicht verhasst, worunter ich so gern sonst wandle."
Gotthold Ephraim Lessing (1729 - 1781)
("Nathan der Weise")

"Wenn jemand eine Reise tut,
dann kann er was verzählen.
Drum nähme ich den Stock und Hut
Und tät das Reisen wählen.
Matthias Claudius (1740 - 1815)
("Urian's Reise um die Welt")

"Unter tausend Reisenden sind 999, die nicht wahr erzählen."
Johann Kaspar Lavater (1741 - 1801)

"Nämlich weil die Postwagenreisen mit so vielen Trübsalen verbunden sind, so hat man dafür gesorgt, daß die Wirtshäuser noch um so viel schlechter sind, als nötig ist, um den Postwagen wieder angenehm zu machen. Ja, man kann sich nicht vorstellen, was das für eine Wirkung tut. Ich habe Leute, die zerstoßen und zerschlagen waren und nach Ruhe seufzten, als sie das Wirtshaus sahen, wo sie sich erquicken sollten, sich mit einem Heldenmut entschließen, weiterzureisen."
Georg Christoph Lichtenberg (1742 - l799)
("Über den deutschen Roman")

"Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen."
Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)
("Wilhelm Meisters Lehrjahre")

"Was ist reisen? Ist fröhlich leben!"
Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)

"Sind Briten hier? Sie reisen sonst so viel,
Schlachtfeldern nachzuspüren, Wasserfällen,
Gestürzte Mauern, klassisch dumpfen Stellen;
Das wäre hier für sie ein würdig Ziel.
Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)
(Faust)

"In raschen Jahren geht's wohl an,
So um und um frei durch die Welt zu streifen.
Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)

"Zum Sehen geboren
Zum Schauen bestellt
Gefällt mir die Welt.
Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)

"Die Erfahrung, dass wir eines reinen Enthusiasmus fähig sind: dies ist der eigentlichste Gewinn der Reisen."
Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)

"Niemand wandelt ungestraft unter Palmen."
Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)
("Wahlverwandtschaften", 1809)

"Bleibe nicht an Boden haften,
frisch gewagt und frisch heraus!
Kopf und Arm mit heit'ren Kräften,
überall sind sie zu Haus.
Wo wir uns der Sonne freuen
Sind wir jede Sorge los. Dass wir uns in ihr zerstreuen, darum ist die Welt so groß."
Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)

"Man reist nicht, um anzukommen."
Johann Wolfgang von Goethe (1749 -1832)

"Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen!"
Johann Wolfgang von Goethe (1746 - 1832)

"Viele Fächer werden an unseren Schulen gelehrt. Aber eines der wichtigsten fehlt: die Reisekunde."
Johann Wolfgang von Goethe (1746 - 1832)

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei, und meist von der unerwarteten Seite. Man empfängt mehr oder weniger, als man hofft. Für Naturen wie die meine ist eine Reise unschätzbar: sie belebt, berichtigt, belehrt und bildet."
Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)

"Das ist das Angenehme auf Reisen, dass auch das Gewöhnliche durch Neuheit und Überraschung das Ansehen eines Abenteuers gewinnt."
Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)

"Alles in der Welt lässt sich ertragen, nur nicht eine Reihe von schönen Tagen."
Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)

"Und wie wir auch durch ferne Lande zieh'n,
da kommt es her, da kehrt es wieder hin,
wir wenden uns, wie auch die Welt entzücke,
der Enge zu, die uns allein beglücke.
Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)

"Es ist gut, daß Sie sich ihr kleines Zimmer durch Reisebeschreibungen recht groß und weit machen. Mir ist es immer ein unaussprechliches Vergnügen, mich im möglichst kleinsten körperlichen Raume im Geiste auf der großen Erde herumzutummeln."
Friedrich Schiller (1759 - 1805)
in einem Brief an seine Freundin und spätere Frau

"Wie köstlich ist es, einem Freunde, der auf eine kurze Zeit verreisen will, ein kleines Geschenk zu geben, sei es nur ein neuer Mantel oder eine Waffe!"
Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)
("Torquato Tasso", V, 4)

"Zum Reisen gehört Geduld, Mut, guter Humor, Vergessenheit aller häuslichen Sorgen und dass man sich durch keine widrigen Zufälle, Schwierigkeiten, böses Wetter, schlechte Kost und dergleichen nicht niederschlagen lasse."
Adolf Freiherr von Knigge (1752 - 1796)

"Ich habe einmal den Wunsch geäußert, es möchte jemand, statt die ungeheure Anzahl von Reisebeschreibungen großer und kleiner Reisen durch alle Winkel von Deutschland zu vermehren, ein Werk drucken lassen, in welchem er Vorschriften gäbe, wie man sich im allgemeinen zu betragen hätte, um wohlfeiler, angenehmer und nützlicher zu reisen. In einer Schrift über den Umgang mit den Menschen kann nur ein geringer Teil dieser Regeln Platz finden; doch darf ich diesen Gegenstand auch nicht ganz mit Stillschweigen übergehen, denn zu dem, was man unter Menschen treibt, gehört doch auch das Reisen mit. Also einige einzelne Anmerkungen über das Betragen auf Reisen.
Es ist weise gehandelt, bevor man verreist, aus Büchern oder mündlichen Erzählungen sich genau von dem Wege, den man nehmen will, von demjenigen, was unterwegs und in den Orten, die man besuchen möchte, zu bemerken, zu beobachten und zu vermeiden ist, nicht weniger von den Preisen und den unvermeidlichen Geldausgaben zu unterrichten, damit man weder betrogen werde noch etwas versäume, das der Aufmerksamkeit wert scheint. Man verrechnet sich leicht in seinen Überschlägen der Reisekosten; ich rate daher nicht nur, nach gemachtem Etat sich immer etwa auf ein Drittel mehr gefaßt zu halten als die gezogene Summe beträgt, sondern auch besorgt zu sein, daß man in den Hauptorten, durch welche man kommt, an sichere Männer adressiert sei, oder sonst Mittel habe, im Fall unvorhergesehene Umstände eintreten, sich aus der Verlegenheit zu reißen.
Leute von gewissem Stande pflegen Tag und Nacht fortzurollen, ohne sich unterwegs aufzuhalten. Dies mag recht gut sein, wenn man die teuren Zehrungen in Wirtshäusern ersparen will, wenn man eilig ist, um den Ort seiner Bestimmung zu erreichen, oder wenn man mit den Gegenden, welche man durchreist, schon so bekannt geworden ist, daß man da nichts mehr sehen kann, das unserer Beobachtung wert wäre. Außerdem aber rate ich, lieber kleine Reisen aufmerksam zu unternehmen, als große, auf denen man bis in die Hauptstädte hinein nur Postmeister und Postknechte kennenlernt. Auch mische man sich, wenn es uns ein Ernst ist, unsere Menschen- und Länderkenntnis zu erweitern, unter Personen von allerlei Ständen. Die Leute von gutem Tone sehen einander in allen europäischen Staaten und Residenzen ähnlich, aber das eigentliche Volk, noch mehr der Mittelstand trägt das Gepräge der Sitten des Landes. Nach ihnen muß man den Grad der Kultur und Aufklärung beurteilen.
Zum Reisen gehört Geduld, Mut, guter Humor, Vergessenheit aller häuslichen Sorgen und daß man sich durch kleine widrige Zufälle, Schwierigkeiten, böses Wetter, schlechte Kost und dergleichen nicht niederschlagen lasse.
Dies ist doppelt zu empfehlen, wenn man einen Gesellschafter bei sich hat; denn nichts ist verdrießlicher, als mit einem Manne zu reisen und in einem Kasten eingesperrt zu sitzen, der stumm und mürrischer Laune ist, bei der geringsten unangenehmen Begebenheit aus der Haut fahren will, über Dinge jammert, die nicht zu ändern sind, und in jedem kleinen Wirtshaus so viel Gemächlichkeit, Wohlleben und Ruhe fordert, als er zu Hause hat.
Das Reisen macht gesellig; man wird da mit Menschen be- und auf gewisse Weise vertraut, wie wir außerdem schwerlich zu Gesellschaftern wählen würden; das ist auch weiter von keinen Folgen, und ich brauche wohl übrigens nicht zu erinnern, daß man sich hüten müsse, in der Vertraulichkeit gegen Fremde, die man unterwegs antrifft, zu weit zu gehen und dadurch Abenteurern und Spitzbuben in die Hände zu fallen.
Ich rat niemand, sich auf Reisen einen fremden Namen zu geben; man kann dadurch, ehe man sich's versieht, in große Verlegenheit geraten, und selten ist es nötig und nützlich, ein solches Inkognito zu beobachten.
Manche Leute suchen etwas darin, auf Reisen zu prahlen, viel Geld zu verzehren, glänzen zu wollen und prächtig gekleidet zu sein. Das ist eine törichte Eitelkeit, die sie in den Wirtshäusern teuer büßen müssen, ohne für ihr Geld mehr zu erhalten als der einfache Reisende.
Niemand erinnert sich weiter des Fremden, der so viel Aufwand gemacht hat, wenn dieser weiter gereist und nichts mehr von ihm zu ziehen ist. Man kleide sich bequem. Ein ungemächlicher Anzug macht unbehaglich, ungeduldig und müde.
Man spare auf der Reise nicht am unrechten Orte. So gebe man zum Beispiel den Postillons zwar nicht übertriebene, aber doch nach den Umständen reichliche Trinkgelder. Sie sagen sich das einer dem anderen auf den Stationen wieder; man kommt dann schneller fort und hat manche Vorteile davon.
Wenn der Gastwirt übermäßig viel für die Zehrung fordert und sich nicht auf einen starken Abzug einlassen will, so tut man doch nicht wohl, ihm schriftliche Rechnung und genaue Spezifikation jedes einzelnen Punktes abzufordern, es müßte denn der Mühe wert sein, ihn bei der Polizei zu belangen. Fängt er an aufzuschreiben, so rechnet er immer noch mehr heraus, als er anfangs gefordert hatte.
In Wirtshäusern, wo Wein zu haben ist, wird der Wirt, wenn man Bier fordert, immer versichern, das Bier sei sehr schlecht. Hier ist der beste Rat, nur gleich Wein zu bestellen und (wenn uns daran gelegen ist, Bier zu trinken) dies hinterher zu verlangen.
Die Wirte fragen uns gemeiniglich, was wir zu essen befehlen. - Das ist ein Kunstgriff, durch den man sich nicht fangen zu lassen braucht; denn schnell bestellt man nun etwas, z.B. ein Huhn, einen Pfannekuchen oder dergleichen, so muß man dies Gericht und noch obendrein eine gewöhnliche Mahlzeit bezahlen. Man tut da am besten zu antworten, man verlange nichts, als was gerade im Hause oder schon zubereitet sei.
Auch rate ich, keine fremden Weine, sondern nur gemeinen Tischwein zu begehren. Es kommt doch alles demselben Fasse, nur mit dem Unterschied, daß das, was man uns als alten oder fremden Wein verkauft, kostbareres Gift ist als das, womit man uns am allgemeinen Wirtstische versorgt. Und selbst an dieser Wirtstafel zu speisen ist gewiß für einen einzelnen Reisenden wohlfeiler und unterhaltender, als auf seinem Zimmer seiner eigenen Person gegenüber zu sitzen ...
Das Fußgehen ist gewiß die angenehmste Art zu reisen. man genießt die Schönheiten der Natur, man kann sich unerkannt unter allerlei Leute mischen, beobachten, was man außerdem nicht erfahren würde, man ist ungebunden, kann das freundlichste Wetter und den schönsten Weg wählen; sich aufhalten, einkehren, wann und wo man will; man stärkt den Körper, wird weniger erhitzt und gerüttelt, hat Appetit, hat Schlaf und ist, wenn Müdigkeit und Hunger der Bewirtung das Wort reden, leicht mit jeder Kost und jedem Lager zufrieden."
Freiherr Adolph von Knigge (1752 - 1796)

"Das sicherste Mittel gegen Seekrankheit: Sich unter einen Apfelbaum legen!"
Horatio Viscount of Nelson (1758 - 1805)
("Lord Nelson")

"Manche Leute reisen, um Neues zu sehen; aber sie sehen das Neue leider immer mit alten Augen."
Charlotte von Kalb (1761 - 1843)

"Nur Reisen ist Leben, wie umgekehrt das Leben Reisen ist."
Jean Paul (1763 - 1825)

"Das Leben ist wie ein Buch, und wer nicht reist, liest nur ein wenig davon!"
Jean Paul (1763 - 1825)

"Jede Reise verwandelt Spießbürgerliches und Kleinstädtisches in unserer Brust in etwas Weltbürgerliches und Göttlichstädtisches."
Jean Paul (1763 - 1825)

"Es reise alles, was reisen kann!"
Nikolai Michailovitsch Karamzin (1766 - 1826)

"Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben."
Alexander von Humboldt (1769 - 1859)
("Kosmos")

"Von früher Jugend auf lebte in mir die brennende Begierde, in ferne Länder zu reisen. Dieser Drang ist bezeichnend für einen Zeitraum im Leben, wo dieses vor uns liegt wie ein schrankenloser Horizont, wo nichts einen größeren für uns hat als die starken Bewegungen des Gemüts und die Bilder physischer Gefahren ... Ein unbestimmtes Streben nach dem Fernen und Ungewissen, alles, was meine Phantasie stark rührte, die Gefahr des Meeres, der Wunsch, Abenteuer zu bestehen und aus einer alltäglichen gemeinen Natur mich in eine Wunderwelt zu versetzen, reizte mich damals an. Alles, was auf bürgerliche Verhältnisse Bezug hatte, wurde mir verächtlich, jede Gemächlichkeit des häuslichen Lebens und der feineren Welt ekelte mich an. Ich schrieb verrückte Briefe an meine Freunde und wurde mir von Tag zu Tag unverständlicher."
Friedrich Wilhelm Heinrich Alexander von Humboldt (1769 -1859)

"Wo geh'n wir denn hin? Immer nach Hause!"
Novalis (1772 - 1801)

"Der Weg zur Ruhe geht durch das Gebiet der allumfassenden Tätigkeit."
Novalis (1772 - 1801)

"Welche Lust gewährt das Reisen!"
Saint Just-Boieldieu (1775 - 1834)
("Johann von Paris")

"Wird man wo gut aufgenommen, muss man ja nicht zweimal kommen."
Pius Alexander Wolff (1782 - 1828)
("Preciosa")

"Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die große Welt."
Joseph Freiherr von Eichendorff (1788 - 1857)
("Der frohe Wandersmann", 1822)

"Recht lustig sei vor allen, wer’ s Reisen wählen will."
Joseph Freiherr von Eichendorff (1788 -1857)
("Reiselied")

"Der Adler fliegt allein, der Rabe scharenweise,
Gesellschaft braucht der Tor und Einsamkeit der Weise.
Friedrich Rückert (1788 - 1866)

"Nur aufs Ziel zu sehen, verdirbt die Lust am Reisen."
Friedrich Rückert (1788 - 1866)

"Wem Gott will rechte Gunst erweisen,
Den schickt er in die weite Welt."
Joseph Freiherr von Eichendorff (1788 - 1857)
("Aus dem Leben eines Taugenichts")

"Fort muss ich von hier und immer fort, so weit der Himmel blau ist."
Joseph von Eichendorff (1788 - 1857)

"An einem schönen warmen Herbstmorgen kam ich auf der Eisenbahn vom anderen Ende Deutschlands mit einer Vehemenz dahergefahren, als käme es bei Lebensstrafe darauf an, dem Reisen, daß doch mein alleiniger Zweck war, auf das allerschleunigste ein Ende zu machen. Diese Dampffahrten rütteln die Welt, die eigentlich nur noch aus Bahnhöfen besteht, unermüdlich durcheinander wie ein Kaleidoskop, wo die vorüberjagenden Landschaften, ehe man noch irgendeine Physiognomie gefasst, immer neue Gesichter schneiden."
Joseph von Eichendorff (1788 - 1857)

"Reisen, um die Weisheit zu suchen, war ein großes Wort der Alten; dieses Wort wurde von uns nicht verstanden: sie reisten nicht, um einzig und allein unbekannte Dogmen und die Lehren der Philosophen aufzusuchen, sondern um alles zu sehen und zu beurteilen. Ich für meine Person bin beständig erstaunt über die engherzige, kärgliche Art, mit der wir Dinge, Einrichtungen und Völker besehen; wenn mein Geist sich gehoben, mein Blick sich erweitert hat, wenn ich gelernt habe, Alles zu begreifen, und dann gegen Alles tolerant zu sein, so verdanke ich es einzig dem Umstand, daß ich öfters die Szene und den Gesichtspunkt gewechselt habe. Die Jahrhunderte in der Geschichte, die Menschen auf Reisen, Gott in der Natur zu studieren, dies ist die große Schule; wir studieren Alles in unseren elenden Büchern, und legen an Alles den Maßstab unserer kleinlichen Lokalgewohnheiten. Wer aber hat unsere Gewohnheiten und unsere Bücher geschaffen? Menschen, ebenso klein als wir. Öffnen wir das Buch der Bücher; leben wir, reisen wir; die Welt ist ein Buch, in welchem jeder Schritt uns ein Blatt umwendet; Wer nicht mehr als Eines gelesen hat, was weiß der?"
Alphonse von Lamartine (1790 - 1869)
("Reise in den Orient")

"Die meisten Leute reisen freilich mehr aus Langeweile als aus dem Drange, sich neue Kenntnisse zu sammeln. Zu diesen Reisenden gehöre ich nicht; ich bin neugierig, unermüdlich und erkenne jeden Tag zu meinem Bedauern, dass in der Welt nichts seltener ist als - Verschiedenheit. Die Ähnlichkeiten bringen den Reisenden zur Verzweiflung."
Adolphe Louis-Léonor, Marquis de Custine (1790 - 1857)
("Russische Schatten")

"Es gibt keinen vollendeten Mann, als den, der viel gereist ist und ein Dutzendmal die Form seines Gemüts und seiner Lebensart geändert hat. Die beschränkten gleichförmigen Gewohnheiten, die der Mensch in seinem regelmäßigen Leben und der Eintönigkeit seines Vaterlandes annimmt, sind Mühlen, welche alles kleiner mahlen: Gemüt, Philosophie, Religion, Charakter. (...) Leben wir, reisen wir; die Welt ist ein Buch, in welchem jeder Schritt uns ein Blatt umwendet. Wer nicht mehr als Eines gelesen hat, was weiß der?"
Alphonse von Lamartine (1790 - 1869)
("Reise in den Orient")

"Eine Reise ist ein vortreffliches Heilmittel für verworrene Zustände."
Franz Grillparzer (1791 - 1872)

"Wenn Ärger im Menschen ist, macht er selten das Klügste, sondern gewöhnlich das Dümmste."
Jeremias Gotthelf (1797 - 1854)
Schweizer Pfarrer und Schriftsteller

"Eine große Landstraß' ist unsere Erd, wir Menschen sind Passagiere."
Heinrich Heine (1797 - 1856)

"Unser Sommer ist nur ein grün angestrichener Winter."
Heinrich Heine (1797 - 1856)
("Reisebilder", 1830)

"Nur törichte Menschen suchen im Urlaub das große Erlebnis; ein geglückter Urlaub besteht aus lauter netten Kleinigkeiten!"
J. Ward (1798 - 1849)

19. Jahrhundert

"O, wie köstlich ist das Reisen. Mancherlei man profitiert. Glücklich kann sich jeder preisen, wem solch' Los zuteile wird."
Albert Lortzing, deutscher Komponist (1801 - 1851)
("Undine")

"Das kommt davon, wenn man auf Reisen geht."
Albert Lortzing Komponist (1801 - 1851)
("Der Waffenschmied")

"Reisen ist, in jedem Augenblick geboren werden und sterben."
Victor Hugo (1802 - 1885)
("Die Elenden", Bd. 1, S. 274)

"Und wenn wir die ganze Welt durchreisen, um das Schöne zu finden: Wir müssen es in uns tragen, sonst finden wir es nicht."
Ralph Waldo Emerson (1803 - 1882)

"Wer nie auf dem Meere eine längere Reise gemacht, wer nicht die große gewaltige Abgeschlossenheit von der lebendigen Welt gefühlt, und noch nicht tagelang schwankend auf dem trüglichsten Elemente nur den Himmel über sich, und des Himmels Trugbild - das Meer mit seinen leichenbegierigen Ungeheuern unter sich gesehen, wem die furchtbaren hungrigen Zungen der Sturmwoge noch nicht den Leib geleckt, und wem die düstre Wolkensturmglut noch nicht ins geleuchtet hat, der kann die Wonne des Seefahrers nicht ermessen, wenn es vom Maßkorbe herunterschallt: Land, Land!"
Julius Mosen (1803 - 1867)

"Ich habe mehrere sagen hören, dass durch die Eisenbahnen alle Reisepoesie verschwunden sei und man an dem Schönen und Interessanten vorbeijage. Was letzteres betrifft, so steht es ja jedem frei, auf jeder beliebigen Station zu bleiben und sich da umzusehen, bis der nächste Wagenzug anlangt; und in Betreff der Behauptung, dass alle Reisepoesie verschwindet, bin ich völlig entgegengesetzter Meinung. Gerade in den engen, voll gepackten Reisewagen ist es, wo die Poesie verschwindet, man wird hier träge. In der besten Jahreszeit wird man von Staub und Hitze geplagt und im Winter durch schlechte Wege; die Natur selbst erhält man nicht in größeren Portionen, aber wohl in längeren Zügen als im Dampfwagen. Oh, welches große Werk des Geistes ist doch diese Erfindung! Man fühlt sich ja mächtig wie ein Zauberer der Vorzeit! Wir spannen unser magisches Pferd vor den Wagen und der Raum verschwindet; wir fliegen wie die Wolken im Sturm, wie der Zugvogel fliegt; unser wildes Pferd wiehert und chnaubt, der Dampf entsteigt seinen Nüstern. Schneller konnte Mephistopheles nicht mit Faust auf seinem Käppchen fliegen! Wir sind durch natürliche Mittel in unserer Zeit ebenso stark, als man im Mittelalter nur durch die Hilfe des Teufels sein konnte! Wir sind ihm durch unseren Verstand an die Seite gekommen, und ehe er es selber weiß, sind wir an ihm vorbei."
Hans Christian Andersen (1805 - 1875)
("Eines Dichters Bazar")

"O reisen, reisen! Das ist doch das glücklichste Los! Und daher reisen wir auch alle. Alles in dem ganzen Universum reist! Selbst der ärmste Mann ist im Besitz des beflügelten Pferdes der Gedanken, und wird dies schwach und alt, dann nimmt ihn doch der Tod mit auf die Reise, die große Reise, die wir alle machen. Die Wellen rollen von Küste zu Küste, die Wolken segeln an dem großen Himmel dahin und der Vogel fliegt weit über Felder und Auen. Wir reisen alle, selbst die Toten in ihren stillen Gräbern fliegen mit der Erde um die Sonne. Ja, "Reisen" ist eine fixe Idee in dem ganzen Universum, aber wir Menschen sind Kinder, wir wollen auch noch "Reisen" spielen während unserer und aller Dinge großer natürlicher Reise."
Hans Christian Andersen (1805 - 1872)
("Wir reisen alle")

"Du hast mich noch nicht gefragt, wohin ich gehe: weiß ich es selbst?
Ich will versuchen, Länder zu sehen, die ich nicht gesehen habe."
Gérard de Nerval (1808 - 1855)

"Wie schön ist eine lange, lange Reise! Wie oft habe ich danach wie nach einem Rettungsanker gegriffen! Und wie oft hat mich so eine Reise errettet!"
Nikolai Gogol (1809 - 1852)

"Reise ist ein Mittel, sich für die Welt zu bilden oder wissenschaftlich Erkenntnis zu befördern. Daher sind Reisen in der Cultur wie in der Literaturgeschichte von großer Bedeutung."
Die ReaI-Encyclopädie oder Conversations-Lexikon (1810)

"Es ist eine prächtige Einrichtung mit diesen Eisenbahnen. Bei Reisen kommt Geld und Zeit gar nicht mehr in Betracht."
Karl Baedeker (1801 - 1859)

"Dieses Rennen von Ort zu Ort, Einpacken, Auspacken, Billette lösen, Wagen wechseln, Gasthöfe mit impertinenten Kellnern, schändliche Ernährung, markerschütternde Rechnungen, Plünderung ohne Säbel und Pistolen, Geld, Geld, immer nur Geld, nichts als Geld - wie muß man gebaut sein, um das zu ertragen? Spreche mir niemand vom Genusse dieses Reisens, ich glaube nicht daran; nur eine Art gibt es, die heißt Einspänner und nicht von Stadt zu Stadt; wo der Wirt vor der Tür steht und ausschirren hilft, wo das Frühstück noch im Sande scharrt und vorher noch ein Ei legt, da will ich reisen, aber nicht in Murraysche Galeriestädte, wo das, was man sehen soll, grad an dem Tage gesperrt ist; dem Protektorat eines Lohndieners soll ich einen Tizian verdanken? Nein, lieber Anemonen und Zyklamen, Farnkräuter und Haselnüsse und Berberitzen blühen sehen und Heckenrosen."
Alexander von Villiers 1812 - 1880
("Briefe eines Unbekannten")

"Eine Reise ist wie ein Trunk aus der Quelle des Lebens."
Friedrich Hebbel (1813 - 1863)

"Ich bin bereit, überall hinzugehen, vorausgesetzt, der Weg führt vorwärts."
David Livingstone (1813 - 1873)

"Wer reisen will, muss zunächst Liebe zu Land und Leute mitbringen, zumindest keine Voreingenommenheit. Er muss guten Willen haben, das Gute zu finden anstatt es durch Vergleiche tot zu machen."
Theodor Fontane (1819 - 1898)

"Erst die Fremde lehrt uns, was wir an der Heimat haben."
Theodor Fontane (1819 - 1898)

"Eine Fahrt mit der Eisenbahn kann ich beim besten Willen nicht als Reise bezeichnen. Man wird ja lediglich von einem Ort zum anderen befördert und unterscheidet sich damit nur sehr wenig von einem Paket."
John Ruskin (1819 - 1900)

"Wo immer die Welt am schönsten war, da war sie öd und leer."
Theodor Fontane (1819 - 1898)
("Archibald Douglas")

"Wenn einer eine Reise macht, muss er zuerst Liebe zu Land und Leuten mitbringen, mindestens keine Voreingenommenheit. Er muß versuchen, das Gute zu finden, anstatt es durch kritische Vergleiche kaputt zu machen."
Theodor Fontane (1819 - 1898)

"Man reist nicht billiger und schneller als in Gedanken."
Georg Weerth (1822 - 1856) ("Leben und Taten berühmten Ritters Schnaphahnski", 1849)

"Wandern heißt auf eigenen Füßen gehen, um mit eigenen Augen zu sehen, mit eigenen Ohren zu hören."
Wilhelm Riehl (1823 - 1897)

"Was gibt es in der Geschichte der Menschheit Schöneres, als die Entdeckungen! Zum ersten Male den Atlantik überqueren mit Christoph Columbus, den Pazifik mit Magellan, die Polarmeere mit Parry, Franklin, Dumont d' Urville und all den anderen, welch ein Traum! Ich kann kein Boot sehen, kein Kriegsschiff, keinen Frachtdampfer und keinen Fischerkahn, ohne dass der Wunsch in mir übermächtig wird, an Bord zu gehen."
Jules Verne (1828 - 1905)

"Dass man die größten Wunder zu Hause erlebt, das lernt man erst in der Fremde erkennen."
Wilhelm Raabe (1831 - 1910)
("Alte Nester")

"Leicht reisefertig ist zumeist,
ein Mensch - wenn er als Dichter reist."
Wilhelm Busch (1832 - 1908)
("Balduin Bählamm")

"Die Freude flieht auf allen Wegen,
der Arger kommt uns gern' entgegen.

Wilhelm Busch (1832 - 1908)
("Balduin Bählamm")

"Er war auch wirklich voller Freud',
als nun vorbei die Ferienzeit."
Wilhelm Busch (1832 -1908)
("Die fromme Helene")

"Froh schlägt das Herz im Reisekittel
Vorausgesetzt, man hat die Mittel."
Wilhelm Busch (1832 - 1908)

"Viel zu spät begreifen viele
die versäumten Lebensziele:
Freude, Schönheit der Natur,
Gesundheit, Reisen und Kultur,
Darum, Mensch, sei zeitig weise!
Höchste Zeit ist's! Reise, reise!"
Wilhelm Busch (1832 - 1908)

"Mach Dich auf und sieh Dich um.
Reise mal 'n bissel rum.
Sieh mal dies und sieh mal das.
Und pass auf: Du findest was.
Wilhelm Busch (1832 - 1908)
("Abenteuer eines Junggesellen", 1875)

"Reisen ist tödlich für Vorurteile."
Mark Twain (1835 - 1910)

"Es gibt kein sichereres Mittel festzustellen, ob man einen Menschen mag oder nicht, als mit ihm auf Reisen zu gehen."
Mark Twain (1835 - 1910)

"Europa mag manche Vorzüge haben, aber sie entschädigen nicht für manche viel wertvollere Dinge, die nur bei uns zu Hause zu finden sind. Außerdem sind wir drüben in Europa nur ein armseliges Häuflein Menschen ohne Heim. Aber in dieser Beziehung geht es den Europäern genauso. Sie leben in dunklen Grabstätten, die bei aller Größe und Pracht doch ohne alle Gemütlichkeit sind. Wenn der Durchschnittsamerikaner mit seiner Familie verdammt wäre, so zu hausen wie der Durchschnittseuropäer, dann wäre das Leben für ihn eine unerträgliche Last. Zusammenfassend möchte ich sagen: Kurze Reisen nach Europa sind für uns vorteilhafter als lange. Wir werden dadurch davor bewahrt, uns zu europäisieren, die stolze Freude an der Heimat bleibt unzerstört, und unsere Liebe zum eigenen Land und zum eigenen Volk wird gestärkt. Dagegen haben lange Besuche in Europa nur den Erfolg, diese Gefühle einzuschläfern, wenigstens in der Mehrzahl aller Fälle. Ich glaube, daß jeder, der viel mit Amerikanern zu tun hat, die länger in Europa gelebt haben, wird zu diesem Schluss kommen müssen."
Mark Twain (1835 – 1910)

"Die Kunst der Weisheit besteht darin, zu wissen, was man übersehen muss."
William James (1841 - 1910)

"Vergnügungsreisende: Sie steigen wie Tiere den Berg hinauf, dumm, schwitzend; man hat ihnen zu sagen vergessen, daß es unterwegs schöne Aussichten gebe."
Friedrich Nietzsche (1844 - 1900)
("Menschliches, Allzumenschliches")

"Reisen zu können erfordert mehr als Zeit und Geld. Es ist eine Kunst, und wir müssen zweifeln, ob sie erlernbar ist. Zeit, Geld und Gelegenheit mögen stimmen, und die Fahrt geht auch los, aber die Rechnung ist ohne den Reisenden nicht zu machen, wie sich spätestens bei der Rückkehr zeigt, Man kann abfahren, ohne wahrhaft auf Reisen zu gehen, und wieder ankommen, ohne fortgewesen zu sein.
Wir modernen Menschen müssen alle viel unserer geistigen Gesundheit wegen reisen: und man wird immer mehr reisen, je mehr gearbeitet wird. An den Reisenden haben sich also die zu wenden, welche an der Veränderung der allgemeinen Ansichten arbeiten."
Friedrich Nietzsche (1844 - 1900)

"Ich will keine Eisenbahn! Ich will nicht, dass jeder Schneider und Schuster so rasch reisen kann wie ich!"
König Ernst August von Hannover (1845 - 1923)
(Begründung zur Ablehnung der Eisenbahn)

"Ich reise nicht, um an einem Ort zu gelangen, sondern um des Reisens willen."
Robert Louis Stevenson (1850 - 1894)

"Der Mensch bereist die Welt auf der Suche nach dem, was ihm fehlt. Und er kehrt nach Hause zurück, um es zu finden."
George Moore (1852 - 1933)

"Der Mensch bereist die Welt auf der Suche nach dem, was ihm fehlt.
Und er kehrt nach Hause zurück, um es zu finden."
George Moore (1852 - 1933)

"Was mich hinaustreibt in die weite Welt, ist eben das, was so viele ins Kloster getrieben hat: die Sehnsucht nach der Selbstverwirklichung."
Graf Herrmann Keyserling (1855 - 1918)
("Reisetagebuch eines Philosophen")

"Wenn ich im Ausland bin, will ich mich nicht zuhause fühlen."
George Bernhard Shaw (1856 - 1950)

"Reisen veredelt den Geist und räumt mit allen unseren Vorurteilen auf."
Oscar Wilde (1856 - 1900)

"Menschen, die sich überall zu Hause fühlen, wenn sie verreisen, verdienen auch sonst nicht viel Vertrauen."
George Bernard Shaw (1856 - 1950)

"Reisen veredelt den Geist und räumt mit allen unseren Vorurteilen auf."
Oscar Wilde (1856 - 1900)

"Ich stelle mir bisweilen vor, wenn ich durch die Straßen gehe, ich sei ein Fremder, und erst dann entdecke ich, wie viel zu sehen ist, wo ich sonst achtlos vorübergehe."
Rabindranath Tagore (1861 - 1941)

"Warum reisen diese Leute eigentlich? Nur um sich einzuprägen, dass es eigentlich ein Unsinn ist, zu reisen, da es ja doch in Deutschland am schönsten ist? Insofern, als der Deutsche sich auf die Dauer am wohlsten in Deutschland befinden mag, wie jeder Mensch in seinem Vaterlande, ist das gewiss richtig. Aber, zu reisen, bloß um das bestätigt zu sehen: welch eine sonderbare Sinnesverkehrung ist das doch! Man geht freilich nicht in die Fremde, um sich der Heimat zu entfremden, aber einen vernünftigen Sinn hat das Reisen doch nur insofern, als es von der Sehnsucht eingegeben ist, zu dem heimisch Schönen sich etwas fremd schönes einzuverleiben, innerlich reicher zu werden aus den Schätzen der Fremde, indem man an ihnen teilnimmt. (...)
Auch ist es gottsträflich dumm, mit also verkleisterten Sinnen auf Reisen zu gehen. (...)
In der Art, wie die Menschen einer Zeit reisen, und in der Art der Bücher, durch die sie sich auf ihren Reisen begleiten: führen lassen, spricht sich ein gut Teil des Gehaltes und der Richtung ihrer Kultur aus. Die Baedekerei enthüllt ein wenig erhebendes Kapitel deutscher Kulturgeschichte. Wir nehmen das Reisen leichter, weil es uns leichter gemacht wird. Das bequeme und schnelle Reisen hat das Reisen entwertet, - fast um seinen Sinn gebracht. Wenn Perlen in allen Gassen lägen. würden wir ihren Schimmer verachten. Die Kartoffelblüte ist eine sehr schöne Blume, aber kein Mensch bindet sie in einen Strauß. Die Wunder des Orients sind keine Wunder mehr, seit sie den Vielzuvielen gemein geworden sind. (...) Zum rechten Sinn einer Reise gehört, dass sie etwas Mühe erfordert. Wirklich köstlich wird sie erst, wenn sie den Reiz des Abenteuerlichen hat. Die Handwerksburschen reisen immer noch am sinnvollsten."
Otto Julius Bierbaum (1865 - 1910)
("Die Yankeedoodle-Fahrt")

"Ein vortrefflicher Zug sogar: ein Eilzug, der nur dreiviertel Stunden länger braucht als ein Schnellzug. Ein Eilzug ist nämlich kein Schnellzug. Nur ein Schnellzug ist ein schneller Zug an sich. Ein Eilzug ist nur ein gemeiner Zug, der es etwas eilig hat. Sagen wir: ein Bummelzug, der mit ein paar Minuten renommiert, die er früher ankommt, als es sein Temperament eigentlich erlaubt. Wer Sinn für den Reiz der Nuance hat, wird das sympathisch finden. ... Dieser D-Zug brauchte nur zwei Stunden und besaß einen Speisewagen. (...) Er rannte wie besessen durch die Oberpfalz und Niederbayern und hielt nicht ein einziges Mal an. Was für ein blödsinniger Zug! - Und was das für eine Logik ist: er war teuerer als meine Bummelzüge, obwohl er an den tausend gemüthlichen Orten, Sachen, die rechts und links zu sehen waren, so schnell vorbeiraste, daß man nichts von ihnen sah. Er ließ sich für diese Unterschlagung auch noch extra bezahlen, dieser flüchtige Schwindler."
Otto Julius Bierbaum (1865 - 1910)
("Eine kleine Herbstreise im Automobil")

"Das wichtigste Stück des Reisegepäcks ist und bleibt ein fröhliches Herz."
Hermann Löns (1866 - 1914)

"Das ist der Fluch und zugleich die Wollust des Reisens, dass es dir Orte, die dir vorher in der Unendlichkeit und in der Unerreichbarkeit lagen, endlich und erreichbar macht. Diese Endlichkeit und Erreichbarkeit zieht dir aber geistige Grenzen, die du nie mehr loswerden wirst. Wenn sich deine Seele, ohne daß dein Leib reist, an einen Ort hin versetzt, in dem du nie warst, so kann sie an dem Ort bald im Sonnenschein, bald im Regen, bald im Winter, bald im Frühling wandern, geisterleicht in einer Geisterlandschaft. Hast du aber den Ort einmal reisend mit deinem Leib erreicht und wirkliche Tage dort erlebt, so bist du dem Gefängnis der Wirklichkeit verfallen. Sobald du dich in späteren Tagen an den bereisten Ort im Geist zurückversetzt, kommst du nicht über die Grenzen der ehemaligen wirklichen Tage hinaus. Du siehst jenen Ort immer wieder, in ermüdender Wiederkehr, in derselben Tages- oder Jahreszeitstimmung, in der du ihn damals gesehen. Du kannst ihn nicht willkürlich mehr verwandeln. Du bist verdammt, ihn ewig genauso zu sehen, wie er sich dir auf der Reise gezeigt hat. Dies ist der Fluch, der die Seele des Reisenden belastet. Die Flügel der Geistigkeit werden ihm von der Wirklichkeit beschnitten. Der Vielgereiste haftet mehr an der Erde als der Niegereiste. Er erscheint mir sterblicher als die übrigen Sterblichen."
Max Dauthendey (1867 - 1918)
("Himalajafinsternis")

"Wo ich auch war und was mir das Leben auch gab, immer hatte ich Heimweh."
Ludwig Thoma (1867 - 1921)

"Wird das Reisen zu leicht und zu bequem gemacht, so geht sein geistiger Sinn verloren. Allein ein gewisses Gefühl der Einsamkeit, das auf der Reise entsteht, führt den Menschen zum Nachdenken über den Sinn des Lebens."
Daisez Teitaro Suzuki (1870 - 1966)

"Die besten Entdeckungsreisen macht man, indem man die Welt mit anderen Augen betrachtet."
Marcel Proust (1871 - 1922)

"Heutzutage würde man diese Reise zweifellos im Automobil unternehmen und glauben, sie sei auf diese Weise angenehmer. In gewisser Weise wäre sie, so durchgeführt, sogar realer, weil man dies Auf und Ab der Landschaft näher und unmittelbarer erleben würde. Aber schließlich liegt der besondere Reiz der Reise nicht darin, unterwegs aussteigen und rasten zu können, wenn man sich müde fühlt, nicht darin, den Unterschied zwischen Abreise und Ankunft kaum merkbar, sondern im Gegenteil so stark wie möglich zu gestalten, ihn in seiner ganzen Schwere zu empfinden, unverändert, so wie er in uns war, als unsere Phantasie uns vom Ort, an dem wir wohnen, nach einem Ort trug, den wir ersehnten, in einem Sprung, der uns weniger wundersam erschien, weil er eine Entfernung überwand, sondern mehr weil er zwei grundverschiedene Wesensformen der Erde vereinte. Unglücklicherweise sind diese herrlichen Orte, die Bahnhöfe, von denen man in die Ferne reist, auch Orte der Tragik, denn wenn das Wunder dort Gestalt annimmt, dank dem die Länder, die bisher nur in unserer Vorstellung Form gewonnen hatten, in Kürze diejenigen sein werden, in denen wir leben, muss man aus diesem Grunde beim Verlassen des Wartesaales darauf verzichten, die gewohnte Stube wieder zu finden, in der man noch vor kurzem saß. Man muss jede Hoffnung aus dem Herzen verbannen, nach Hause zu gehen zum Schlafen, wenn man einmal den Entschluss gefasst hat, in die verpestete Höhle einzudringen, von der aus man den Zugang zum Geheimnis findet, in eine dieser großen verglasten Hallen, wie diejenige von Saint-Lazare, in der ich den Zug nach Babec bestieg, und die sich wie ein riesiger grauer, unheilschwangerer Himmel über uns wölben, Himmel, unter denen sich nur irgendwelche schreckliche und feierliche Dinge ereignen können, wie eine Abreise mit der Eisenbahn oder die Aufrichtung des Kreuzes."
Marcel Proust (1871 - 1922)

"Das kann nicht anders werden,
Wir alle wandern ja,
Sind Gäste nur auf Erden
Und für die Reise da.

Carl Busse (1872 - 1918)
("Auf der Reise")

"Reisebeschreibungen haben den seltsamen, sinnlichen Reiz der Träume ... Darum haben auch Reiseerinnerungen nachher für uns selbst diesen sonderbar traumhaften Charakter, so fremd, wie nicht wirklich gewesen. Die hübsche Art zu reisen, die empfindsame, die des Sterne und des Rousseau, ist uns verlorengegangen. Das war noch eine Reise nach Stimmungen. Man reiste sehr langsam, im humoristischen Postwagen oder in der galanten Sänfte; man hatte Zeit, um in Herbergen Abenteuer zu erleben und wehmütig zu werden, wenn ein toter Esel am Wege lag; man konnte im Vorbeifahren Früchte von den Bäumen pflücken und bei offenen Fenstern in die Kammern schauen; man hörte die Lieder, die das Volk im Sommer singt, man hörte die Brunnen rauschen und die Glocken läuten. Unser hastiges ruheloses Reisen hat das alles verwischt, unserem Reisen fehlt das Malerische und das Theatralische, das Lächerliche und das Sentimentale, kurz alles Lebendige."
Hugo von Hofmannsthal (1874 - 1929)

"Reisen ist das einzig taugliche gegen die Beschleunigung der Zeit."
Thomas Mann (1875 - 1955)

"Die Leidenschaft des Reisens ist das weiseste Laster, welches die Erde kennt."
Bruno H. Bürgel (1875 - 1948)

"Die Reise ist der Mai, der alles neu macht."
Thomas Mann (1875 - 1955)

"Durch eine Minute Ärger gehen sechzig wertvolle Sekunden Freude im Leben verloren."
Albert Schweitzer (1875 - 1965)

"Es gibt keinen Weg. Wege entstehen beim Gehen."
Anonio Machado, spanischer Lyriker (1875 - 1939)

"Zwei Reisetage entfernen den Menschen. ... seiner Alltagswelt, all dem, was er seine Pflichten, Interessen, Sorgen, Aussichten nannte, viel mehr, als er sich auf der Droschkenfahrt zum Bahnhof wohl träumen ließ. Der Raum, der sich drehend und fliehend zwischen ihn und seine Pflanzstätte wälzt, bewährt Kräfte, die man gewöhnlich der Zeit vorbehalten glaubt; von Stunde zu Stunde stellt er innere Veränderungen her, die den von ihr bewirkten sehr ähnlich sind, aber sie in gewisser Weise übertreffen. Gleich ihr erzeugt er Vergessen; er tut es aber, indem er die Person des Menschen aus ihren Beziehungen löst und ihn in einen freien und ursprünglichen Zustand versetzt, - ja, selbst aus dem Pedant en und Pfahlbürger macht er im Handumdrehen etwas wie einen Vagabunden. Zeit, sagt man, ist Lethe; aber auch Fernluft ist so ein Trank, und sollte sie weniger gründlich wirken, so tut sie es dafür desto rascher.
Thomas Mann (1875 - 1955)
("Der Zauberberg")

"Das ist Reisekunst: im Weltenreihn mitzufliehn und nach geliebten Fernen auch im Rasten unterwegs zu sein."
Herrmann Hesse (1877 - 1962)

"Ewige Unrast
Wie der Tag zwischen Morgen und Abend, so vergeht zwischen Reisetrieb und Heimatwunsch mein Leben. Vielleicht werde ich einmal so weit sein, dass Reise und Ferne mir in der Seele gehört, daß ich ihre Bilder in mir habe, ohne sie mehr verwirklichen zu müssen. Vielleicht auch komme ich einmal dahin, daß ich die Heimat in mir habe, und dann gibt es kein Liebäugeln mit Gärten und roten Häuschen mehr. - Heimat in sich haben! Wie wäre da das Leben anders! Es hätte eine Mitte, und von der Mitte aus schwängen alle Kräfte. So aber hat mein Leben keine Mitte, sondern schwebt zuckend zwischen vielen Reihen von Polen und Gegenpolen. Sehnsucht nach Daheimsein hier, Sehnsucht nach Unterwegssein dort. Verlangen nach Einsamkeit und Kloster hier, und Drang nach Liebe und Gemeinsamkeit dort!"
Hermann Hesse (1877 - 1962)
(in: "Wieland", 1920)

"Passagen zum Himmel und zur Hölle bucht man im selben 'Reisebüro'"
Upton Beall Sinclair (1878 - 1968)

"Alle Reisen haben eine heimliche Bestimmung, die der Reisende nicht ahnt."
Martin Buber (1878 - 1965)

"Manche Menschen reisen hauptsächlich in den Urlaub, um Ansichtskarten zu kaufen, obwohl es doch vernünftiger wäre, sich diese Karten kommen zu lassen."
Robert Musil (1880 - 1942)

"Herz, raff auf dich, zu reisen,
nur so entfliehst du Gewalt und Gesetz,
entfliehst du der eigenen Schwere,
die dir dein Wesen umschränkt und erdrückt.
Wirf dich ins Weite, wirf dich ins Leere,
nur Ferne gewinnt dich dir selber zurück!"

Stefan Zweig 1881 - 1942

"Welten zu sehen, die noch nie ein anderer gesehen hat, Schätze zu besitzen, die noch nie ein anderer besessen hat, gefährlich zu leben und Gefahr zu genießen, darin besteht für mich die Lust am Leben."
F.A. Mitchell-Hedges (1882 - 1959)

"Fremd ist in der Fremde nur der Fremde."
Karl Valentin (1882 - 1948)

"Ich reise durch meine eigene Brust."
Joachim Ringelnatz (1883 - 1934 )

"Weg von hier - das ist mein Ziel."
Franz Kafka (1883 - 1924) ("Der Aufbruch")

"In Hamburg lebten zwei Ameisen,
die wollten nach Australien reisen.
Bei Altona auf der Chaussee,
da taten ihnen die Beine weh.
Und da verzichteten sie weise
dann auf den letzten Teil der Reise."
Joachim Ringelnatz (1883 - 1943)

"Der Sinn des Reisens ist, ans Ziel zu kommen, aber Sinn des Wanderns unterwegs zu sein."
Theodor Heuss (1884 - 1963)

"Die Liebe ist eine Reise in gänzlich neues Leben."
Ernst Bloch (1885 - 1977)

"Jede Reise muss freiwillig sein, um zu vergnügen."
Ernst Bloch (1885 - 1977)
("Das Prinzip Hoffnung")

"Du musst in Deiner Gegend alles holen, denn von der Reise kommst Du leer zurück."
Gottfried Benn (1886 - 1956)

"Die Reise und nicht das Ziel ist von Bedeutung."
T.S. Elliot (1888 - 1965)

"Seien wir ehrlich: Das Leben ist immer lebensgefährlich."
Erich Kästner (1889 - 1974)

"Im Grunde genommen ist das Leben bloß eine günstige Gelegenheit, sich die Welt anzusehen."
Hans Reimann (1889 - 1969)

"Jeden Augenblick begrenzt ein Horizont. Auf Schritt und Tritt muss sich der Reisende für eine bestimmte Richtung der Windrose entscheiden, und all die Lande überall sonst, die er nicht sehen und nicht betreten kann, lösen ein schmerzliches Bedauern aus, das er sich vielleicht erspart hätte, wäre er bar jeder Abenteuerlust daheimgeblieben."
Arnold J. Toynbee (1889 - 1975)

"Reisen ist die Sehnsucht nach dem Leben."
Kurt Tucholsky (1890 - 1935)

"Man kann in der Provence die Kunstdenkmäler systematisch untersuchen, auf Stilreinheit, Baualter und Grundriß; man kann den Olivenhandel statistisch und tabellarisch darstellen, daß es nur so saust von Zahlen - man kann aber auch in diesem wunderschönen Lande spazieren gehen."
Kurt Tucholsky (1890 - 1935)

"Trudele durch die Welt. Sie ist so schön, gib dich ihr hin, und sie wird sich dir geben."
Kurt Tucholsky (1890 - 1935)

"Als deutscher Tourist im Ausland steht man vor der Frage, ob man sich anständig benehmen muss oder ob schon deutsche Touristen da gewesen sind."
Kurt Tucholsky (1890 - 1935)

"Entwirf den Reiseplan im Großen und lass Dich im Einzelnen von der bunten Stunde treiben. Die großen Sehenswürdigkeiten, die es in der Welt gibt – siehe sie Dir an."
Kurt Tucholsky (1890 - 1935)

"Einem nur erfüllt die Brust,
Jugendmut und Reiselust.
'Reisen', rief er, 'welch Genuss!'
Jeder Jüngling reisen muss.
Zwar ist die Welt sehr schön,
so von weitem angeseh'n.
Doch von allen Seiten droht
Krankheit, Hunger, Frost und Tod.
Und die Mutter weinet leise:
'Unterlass' doch diese Reise'"
Sophie von Adelung
in: "Maikäfer auf Reisen" (1890)

"Die Bevölkerung des Landes ist dazu angehalten, dem Reisenden und nächtigenden Fremden den lieblicheren Teil ihres Wesens nicht vorzuenthalten."
Aus einem Aufruf der Kärntner Landeregierung, 1891

"In unserer Zeit des Massenelends und der Massenprosperität wird gereist wie nie zuvor: Alles flieht, wird verschickt oder reist anderweit in die Ferien."
Sigismund von Radeki (1891 - 1970)

"Manche Menschen reisen hauptsächlich in den Urlaub, um Ansichtskarten zu kaufen, obwohl es doch vernünftiger wäre, sich diese Karten kommen zu lassen."
Robert Musil (1880 - 1942)

"Als deutscher Tourist im Ausland steht man vor der Frage, ob man sich anständig benehmen muss
oder ob schon deutsche Touristen da gewesen sind."
Kurt Tucholsky (1890 - 1935)

"Ich höre nachts die Lokomotiven pfeifen, sehnsüchtig schreit die Ferne, und ich drehe mich im Bett herum und denke : 'Reisen...'"
Kurt Tucholsky (1890 - 1935)

"Wer die Enge seiner Heimat ermessen will, reise. Wer die Enge seiner Zeit ermessen will, studiere Geschichte."
Kurt Tucholsky (1890 - 1935)

"Lass das Steuer los. Trudele durch die Welt. Sie ist so schön: gib dich ihr hin, und sie wird sich dir geben."
Kurt Tucholsky (1890 - 1935)

"Entwirf deinen Reiseplan im Großen - und lass dich im Einzelnen von der bunten Stunde treiben. Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt - sieh sie dir an."
Kurt Tucholsky (1890 - 1935)

"Man sollte jedem Deutschen noch fünfhundert Mark dazu geben, damit er ins Ausland reisen kann. Er würde sich manche Plakatanschauung abgewöhnen, wenn er vorurteilslos genug ist, die Augen aufzumachen."
Kurt Tucholsky (1890 - 1935)

"Schön ist nur, was niemals dein. Es ist heiter, zu reisen, und schrecklich, zu sein."
Kurt Tucholsky (1890 - 1935)
(Schnipsel)

"Fahre mit der Eisenbahn,
fahre, Junge, fahre!
Auf dem Deck vom Wasserkahn
wehen deine Haare.
Tauch in fremde Städte ein,
lauf in fremde Gassen;
höre fremde Menschen schrei'n,
trink aus fremden Tassen.
Flieh Betrieb und Telefon,
grab in alten Schmökern,
sieh am Seinekai, mein Sohn,
Weisheit still verhökern.
Lauf in Afrika umher,
reite durch Oasenbr
lausche auf ein blaues Meer,
hör den Mistral blasen!
Wie du auch die Welt durchflitzt
ohne Rast und Ruh:
Hinten auf dem Puffer sitzt du."
Kurt Tucholsky (1890 - 1935)
("Luftveränderung")

"Man reist stets von etwas weg und zu etwas hin, zum Beispiel aus dem Alltag in die Ferne."
Sigismund von Radeki (1891 - 1970)

"Zwei Tendenzen reißen heut' den Menschen hin und her: Die nach dem Eigenheim und die nach dem Reisen. Doch in Wirklichkeit gehören beide zusammen. Denn zum rechten Reisen gehört erst recht ein geliebtes Heim, wie zum Nähen der Knoten. Hinaus in die Ferne hat Heimat zur Voraussetzung. Sonst bleibt das doch bloß Ortsveränderung."
Sigismund von Radeki (1891 - 1970)

"Das muss schon ein gewaltiger Zwang zum Reisen sein, der heute soviel Räder und Flügel und Reiseindustrien geschaffen hat. Zwar ist dieses Reisen die populärste Form von Glück, aber auch Ausdruck der Unzufriedenheit: Wem's gut geht der will nicht fort."
Sigismund von Radeki (1891 - 1970)

"Wann immer ich auf reisen gehe, nehme ich ein schönes weiches Kissen mit. Das allein macht den Unterschied zwischen Komfort und Missvergnügen."
Agatha Christie (1891 - 1970)

"Reisen heißt entdecken, dass alle unrecht haben mit dem, was sie über andere Länder denken."
Aldous Leonard Huxley (1894-1963)

"Reisen sollte nur ein Mensch, der sich ständig überraschen lassen will."
Oskar Maria Graf (1894 - 1967)

"Die besten Reisen, das steht fest,
sind die oft, die man unterlässt."
Eugen Roth (1895 - 1976)

"In stillem Beileid denken hier,
der armen, braven Menschen wir,
die, des Kulturtransports Begleiter,
verpflichtet sind als Reiseleiter.
Mitunter wechselt man sie aus:
Wer schadhaft, kommt ins Irrenhaus."
Eugen Roth (1895 -1976)

"Der Urlaub ist erholsam meist,
nicht nur für den, der in ihm reist,
auch den, der dableibt freut die Schonung,
die er geniest in stiller Wohnung.
So zählen zu den schönsten Sachen
oft Reisen, die andern machen."
Eugen Roth (1895 -1976)

"Man sollte nur die leisen Rassen
und nicht die lauten reisen lassen!"
Eugen Roth (1895 -1976)

"Wir reisen in der Welt herum,
als wär' sie ein Panoptikum."
Eugen Roth (1895 - 1976)

"Weiß nicht woher, weiß nicht wohin –
Mich wundert's, dass ich fröhlich bin.
So sagte einst der Wandersmann.
Wer heute reist, oft sagen kann:
Weiß nicht woher, weiß nicht wozu –
Mich wundert's, dass ich's trotzdem tu."
Eugen Roth (1895 - 1976)

"Ich möchte' nicht alte Streite wecken:
Das Flugzeug taugt für weite Strecken.
Von etwa tausend Meilen an,
kann wie ein Vogel eilen man.
Sonst muss zu lange warten still,
wer landen oder starten will."
Eugen Roth (1895 - 1976)

"Wird's reisen leicht – vergesst das nicht! –
Verliert's auch inneres Gewicht."
Eugen Roth (1895 - 1976)

"Wir kleinen Reisenden von heute,
was sind wir doch für arme Leute!
Genötigt durch die Welt zu rennen,
von der uns meisten Welten trennen."
Eugen Roth (1895 - 1976)

"Ein Mensch, zu reisen um halb zehn,
beschließt, um sechs Uhr aufzustehen,
damit er sich nicht hetzen muss;
Gemütlichkeit ist ihm Genuss!
Er blödelt hier, er trödelt dort
er braucht ja lange noch nicht fort'.
Er trinkt Kaffee und liest in Ruh'
sein Blättchen - er hat Zeit dazu!
Zeit? Höchste Zeit, dass er sich schleune;
denn plötzlich sieht er, fast ist's neune!
Doch wie er sich auch jetzt noch tummelt,
zu spät: Er hat den Zug verbummelt!
Ein andrer Mensch, der leider glatt die Aufstehfrist verschlafen hat,
wacht auf, sieht auf den ersten Blick das äußerst drohende Geschick,
reißt sich zusammen,
und geschwind braust auf die Bahn er,
wie der Wind, erwischt den Zug,
wenn auch nur knapp, und fährt, ein Sieger, glücklich ab.
Wir hoffen, dass Ihr selbst es wisst,
dass dies ein Lebens-Gleichnis ist.!
Eugen Roth (1895 - 1976)

"Selten hat man etwas versäumt, wenn man nicht dort war, wo alle waren."
Nico Dostal (1895 - 1981)

"Reisen war früher ein Vergnügen; heute ist es ein Gewerbe."
Lin Yutang (1895 - 1976)

"Übrigens: die Mittelmäßigen lieben die Reise. Gibt es auf der Welt ein einziges junges Mädchen, das nicht bereit wäre auszurufen: 'Ich liebe die Reisen.' Fügen sie die Tatsache hinzu, dass wir uns auf Reisen, beinahe gezwungenermaßen, für Dinge interessieren müssen, die nicht unserer Sphäre entsprechen. Tausend Wichtigkeiten, die wir zu Hause nicht beachten; aber man muss hineilen, weil es weit weg ist."
Henry de Montherlant (1896 - 1972)

"Von allen Vergnügungen ist die Reise das traurigste. Es ist kaum zu glauben, bis zu welchem Grade man mit so einfachen Mitteln unglücklich sein kann... Die Reise lehrt uns, die Dinge rasch und flüchtig einzuschätzen, und die sich damit zufrieden geben, sind Dilettanten; die Seele sträubt sich dagegen. Daher geht man heute so viel auf Reisen. Man sagt, es zerstreue. Es zerstreut das Wichtigste, in der Tat... Man glaubt zu gewinnen, weil man an Breite gewinnt, und man verliert es an Tiefe. Man kehrt zurück, aufgeblasen von einem elenden Halbwissen, das schlimmer ist als Unwissenheit, da es Nichtvorhandenes vortäuscht."
Henry de Montherlant (1896 - 1972)

"Das schönste Teil einer Reise wird daheim erlebt: teils vorher, teils nachher."
Sigmund Gaff (1898 - 1979)

"Nur unterwegs erfährt man das Gefühl märchenhafter Verwunschenheit."
Erich Kästner (1899 - 1974)

"Zieh es nicht so in die Länge, das ist ärgerlich. Du hast dich entschlossen zu reisen. So geh!"
Antoine De Saint-Exupéry (1900 - 1944)
("Der kleine Prinz")

"Jede Reise ist wie ein eigenständiges wesen; keine gleicht der anderen"
John Steinbeck (1902 - 1968)

"Als ich noch sehr jung war und darauf brannte, anderswo zu sein, versicherten mir reife Menschen, die Reife würde dieses Laster heilen. Als man mich den Jahren nach reif nennen konnte, verschrieb man mir das gesetzte Alter. Im gesetzteren Alter hieß es, mit fortschreitendem Alter würde mein Fieber nachlassen, und heute, mit 58 Jahren, bleibt mir nur noch die Aussicht, dass die Senilität das ihre tut. Bis jetzt hat nichts geholfen. Wenn ich das heisere Schrillen einer Schiffspfeife höre, bekomme ich immer noch eine Gänsehaut im Nacken, und meine Beine setzen sich in Bewegung. Das Dröhnen eines Düsenflugzeugs, ein warmlaufender Motor und sogar Hufklappern weckt in mir das alte Reisefieber; mein Mund wird trocken, der Blick schweift in die Ferne, die Handflächen werden heiß und der Magen hebt sich in den Brustkasten. Mit anderen Worten: Einmal ein Vagabund, immer ein Vagabund. Ich fürchte, das Leiden ist unheilbar. Ich schreibe dies nicht nieder, weil ich andere belehren, sondern weil ich mir selber darüber klar werden will. Wenn der Unruhevirus einen unsteten Mann überfällt und die Straße in die Ferne breit und gerade und lockend erscheint, dann muss das Opfer zunächst einen vernünftigen und hinreichend plausiblen Grund zum Aufbruch finden. Für den erfahrenen Vagabunden ist das kein Problem. Er hat immer ein Sortiment Gründe zur Hand, aus denen er nur wählen braucht. Dann muss er Zeit und Raum seiner Reise festlegen, eine Richtung und einen Bestimmungsort wählen. Und schließlich muss er die Reise vorbereiten. Wie soll er reisen, was soll er mitnehmen, wie lange will er bleiben? Dieser Teil der Vorbereitungen ist immer der gleiche und wird es immer bleiben. Ich schreibe dies nur nieder, damit Neulinge in der Vagabunderei im Vollgefühl ihrer neuentdeckten Sünde, nicht glauben, sie hätten das alles erfunden.
Sobald eine Reise geplant, vorbereitet und eingefädelt ist, kommt ein neuer Faktor hinzu und bestimmt alles Weitere. Jeder Ausflug, jede Safari, jede Expedition ist ein Wesen für sich und unterscheidet sich von allen anderen Reisen. Sie besitzt ihre Eigenart, ihr Temperament, ihre Individualität und Einmaligkeit. Eine Reise ist eine Persönlichkeit, keine gleicht der anderen. Und alle Pläne, Vorkehrungen, Finten und jeder Zwang sind nutzlos. Nach jahrelangem Ringen stellen wir fest, daß wir eine Reise nicht in der Hand haben. Sie hat uns in der Hand. Reisebüros, Fahrpläne, Platzreservierungen, ehern und diktatorisch, zerschellen an der Persönlichkeit der Reise. Nur wenn der waschechte Vagabund sich dessen bewusst ist, kann er getrost aufbrechen. Erst dann ist er gegen alle Kümmernisse gefeit."
John Steinbeck (1902 - 1968)
("Meine Reise mit Charly")

"Viele Fächer werden an unseren Schulen gelehrt. Aber eines der wichtigsten fehlt: die Reisekunde. Denn das intelligente Reisen, das Verständnis fremder Länder und Völker will gelernt sein."
John Steinbeck (1902 - 1968)

"Touristen sind Reisende,
die ihren Besitz verbrauchen,
um sich den Besitz anderer anzusehen."
Ernst Heimeran (1902 - 1955)

"Das Reisen ist eine friedliche Tätigkeit. Es ist der neugierige Bruder der Ruhe. Sein Reiz bewegt sich zwischen Abenteuer und Behagen, zwischen vorwärtsdrängender Phantasie und einem leise lockenden Heimweh. Das Gefühl, unterwegs zu sein, ist wohl die menschlichste aller Empfindungen. Die Sorge um die Rückkehr gehört zu den großen Themen unserer Existenz."
Ernst Glaeser (1902 - 1963)
(Vorwort zu "Mit offenen Augen")

"Toren bereisen in fremden Ländern die Museen, Weise gehen in die Tavernen."
Erich Kästner (1904 - 1974)

"Aber was kommt schon dabei heraus, wenn sie alle in fremde Länder reisen? Nichts. Sie tragen ja doch wie Zinnsoldaten ihr bisschen Standort mit sich herum."
Erich Kästner (1904 - 1974)

"Nicht der fernste Mensch ist uns das größte Geheimnis, sondern der Nächste."
Dietrich Bonhoeffer (1906 - 1945)

"Mache Reisen. Versuche es wenigstens. Es gibt nichts anderes."
Tennessee Williams (1911 - 1983)

"Warum reisen wir? - Damit wir noch einmal erfahren, was uns in diesem Leben möglich ist!"
Max Frisch (1911 - 1991)
("Tagebuch")

"Auf Reisen gleichen wir einem Film, der belichtet wird. Entwickeln wird ihn die Erinnerung."
Max Frisch (1911 - 1991)

"Von besonderer Ambivalenz sind Reisen, auf denen die eigene Unbill gleichsam gelindert wird durch Bewusstsein von dem viel größeren Elend der Menschen um sich herum – wenngleich diese Linderung nur eine Dimension von Unbill erzeugt: die Qual des schlechten Gewissens."
George Woodcock (1912 - 1995)

"Das Reisen, das gleichsam eine höhere und ernsthafte Wissenschaft ist, führt zu uns zurück."
Albert Camus (1913 - 1960)

"Man soll wie ein Wanderer leben. Reisen soll man, wie man lebt. Jeder Tag sei außergewöhnlich."
Claude Roy (1915 - 1997)
("Vom wahren Sinn des Reisens")

"Freiheit ist ein Segel, prall im Sturm der Sehnsucht, schlaff in der Gewohnheit der Windstille."
Hans Kasper (1916 - 1990)

"Ich begebe mich auf Reisen, um meinen Koffer zu benutzen. Wenn ich den nicht regelmäßig ausführen müsste, würde ich zuhause bleiben."
Peter Ustinow (1921 - 2004)

"Urlaub ist eine Mehrkampf-Disziplin mit den Nachbarn."
Charles Aznavour (*1924)

"Auf Reisen suchen viele Deutsche eigentlich nicht das fremde Land, sondern Deutschland mit Sonne."
Erwin Kurt Scheuch (*1928)

"Der Tourist ist das Spiegelbild der Gesellschaft, von der er sich abstößt."
Hanns Magnus Enzensberger (*1929)

"Mit aufwendigen Reisen versuchen viele Menschen, etwas Vakuum in ihre lnhaltslosigkeit zu pumpen."
Werner Mitsch (*1936)

"Ich fahre ungern wohin. Ich bin lieber schon da gewesen."
Klaus Maria Brandauer (*1943)

"Wer nie weggegangen ist,
versteht die Heimkehrenden nicht."
Walter Ludin (*1945)

"Sind die Wendekreise überschritten, so ist das Tragen des Tropenhelms obligatorisch von morgens 8 Uhr bis abends 17 Uhr."
Handbuch für Uberseer (1947)

"Die schönste Reise ist die eines Kindes in das Land der Fantasie."
Ronald Schmid (*1949)

Unbkannte Quellen

"Wer andere besucht, soll seine Augen öffnen und nicht den Mund."
Afrikanisches Sprichwort

"Um fliegen zu können, muss man nicht nur Flügel haben, sondern sie auch schwingen."
Burmesisches Sprichwort

"Zu Hause darfst du arm, doch auf Reisen musst du reich sein."
Chinesisches Sprichwort

"Steigst Du nicht auf die Berge, so siehst Du auch nicht in die Ferne."
Chinesisches Sprichwort

"Fahr langsam, damit wir schneller nach Hause kommen."
Englisches Sprichwort

"Der Fremde sieht nur, was er bereits kennt."
Ghanaisches Sprichwort

"Eine Reise beginnt mit dem ersten Schritt in die richtige Richtung."
Hawaiianische Weisheit

"Liebst Du Dein Kind, so schicke es auf Reisen."
Indisches Sprichwort

"Der Wissensschatz lässt sich bei einer Reise am leichtesten schulen."
Indische Weisheit

"Einmal selbst sehen ist mehr wert, als hundert Neuigkeiten hören."
Japanisches Sprichwort

"Tabi-ni haji-o tsutete.
(Auf Reisen braucht man kein Schamgefühl)."
Japanisches Sprichwort

"Wer übers Meer kommt, will uns bestehlen."
Sardinisches Sprichwort

"Im Augenblick des Zusammenkommens beginnt die Trennung."
Singhalesisches Sprichwort

"Nicht wer alt ist, weiß viel, sondern wer viel herumgekommen ist."
Türkisches Sprichwort

"So leicht es einem Reisenden fällt, über Grenzen zu gehen, so schwer fällt es ihm, über den eigenen Schatten zu springen."
Unbekannte Quelle

"Erfolg ist eine Reise, kein Ziel."
Unbekannte Quelle

"Reisen ist zwecklos. Man kommt immer nur da an, wo man angefangen hat."
Unbekannte Quelle

"Qui nescit orare, nescit navigare.
(Wer nicht beten kann, kann auch nicht zur See fahren)"
Unbekannte Quelle

"Wer sein Haus verlässt, und nach Wissen sucht, der wandert auf Gottes Pfaden,
und wer reist, um Wissen zu finden, dem wird Gott das Paradies zeigen."
Aus dem Koran

"Du sollst nicht schneller fahren als Dein Schutzengel fliegen kann."
Unbekannte Quelle

"Das Beste, was man von einer Reise zurückbringen kann, ist eine heile Haut."
Persisches Sprichwort

"Man entdeckt keine neuen Erdteile, ohne den Mut zu haben, alte Küsten aus den Augen zu verlieren."
Unbekannte Quelle

"Liebe alles, was dich davonträgt, zum Beispiel Kamele und Pferde."
Sprichwort der Beduinen

"In der Wüste kann man sich nur einmal verirren..."
Sprichwort der Beduinen

"Reisen ist die angenehmste, unpraktischste und kostspieligste Art des Belehrens -
weshalb es auch die Engländer zu ihrer Spezialität gemacht haben."

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